Der MSV wurde im Jahr 1946 gegründet und hatte damals 120 Mitglieder. Wer diese Zeit miterlebt hat, kann ermessen, welche Schwierigkeiten der Verein in den Gründerjahren zu bewältigen hatte. Ein geeigneter Sportplatz, Turn- und Sportgeräte waren einfach nicht vorhanden.
Sportgeräte und Matten musste man sich vom befreundeten Sportverein Gut Heil Itzehoe ausleihen, der Sportbetrieb fand in der ersten Zeit im 1. Stock der Gastwirtschaft „IM KRUG ZUM GRÜNEN KRANZE“ statt. Ein weiterer Ort war die Tenne in der Kirchenstrasse in der Gastwirtschaft „FRIEDENSEICHE“, wo zwischen den Tierboxen trainiert wurde.
Heute ist so etwas kaum noch vorstellbar. So schwankte die Mitgliederzahl in den folgenden Jahren zwischen 85 (1956) und 340 (1948).
Erst 1951 stellte die Gemeinde dem MSV eine als Sportplatz geeignete Koppel zur Verfügung, die sich in dem heutigen Neubaugebiet an der Mühlenstraße zwischen Rethmoor und Gartenstraße befand. Ein Jahr später bauten die Mitglieder des Vereins in Eigenleistung die notwendigen Geräte- und Umkleideräume sowie Toilettenanlagen. Auch der Sportplatz wurde in Eigenleistung hergerichtet.
Wenn auch damals keiner der Helfer daran gedacht bzw. geglaubt hat, so wurde doch schon der Grundstock für die heutige Sporthalle geschaffen. Gemeint ist hier der nicht hoch genug einzuschätzende Wille der Mitglieder, Arbeiten in Eigenleistung zu verrichten. Die Zeit hat sich leider geändert, die Bereitwilligkeit, ehrenamtlich zu arbeiten lässt in der heutigen Zeit stark nach.
Im Jahre 1958 machte sich der MSV daran, einen neuen Sportplatz mit 400-Meter-Aschenbahn zu bauen. Auch hier halfen eine Vielzahl von Mitgliedern mit unzähligen Stunden Eigenleistung, die Kosten von rund 40.000 DM, von denen der Verein 10.000 DM zu tragen hatte, aufzubringen. 30.000 DM wurden durch Zuschüsse der Gemeinde, des Kreises Steinburg und des Landessportverbandes gedeckt.
Doch kaum war der Sportplatz fertig, wurde vom Kreis eine Kreisstraße geplant, die zum Teil durch die Anlage führen sollte. In den nächsten Jahren wurden aus diesem Grunde von Seiten der Vereinsführung nur die unbedingt notwendigen Arbeiten durchgeführt, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Erst 1969 wurde bekannt, dass die Sportanlage dem MSV in der heutigen Größe erhalten bleibt. Nach bekannt werden dieser Tatsache nahm die Bautätigkeit sofort wieder zu. Mit Hilfe der Gemeinde konnte die Aschenbahn ausgebaut werden. In Eigenleistung wurden wettkampffähige Hochsprung-, Weitsprung- und Kugelstoßanlagen sowie der erste Kinderspielplatz in Münsterdorf erstellt, der dem nunmehr errichteten Sport-
hallenbau weichen musste.
Im Jahre 1971 feierte der MSV im Rahmen einer Festwoche sein 25-jähriges Bestehen. Die Veranstaltung erbrachte einen Überschuss von ca. 1.000 DM.
Diese Summe bildete den Grundstock zum Bau eines Sport- und Jugendheimes, welches zugleich mit den erforderlichen Umkleideräumen und sanitären Einrichtungen ausgerüstet werden sollte. Nachdem am 06.04.1972 die Baugenehmigung erteilt worden war, ging man mit großem Eifer daran, dieses Projekt zu verwirklichen, das ebenfalls, bis auf die Klempnerarbeiten, in Eigenleistung erstellt wurde. Bereits am 20.09.1972 konnte das Richtfest gefeiert werden. Als dann die Einweihung am 02.05.1973 stattfand, war eine Summe von 58.243,10 DM verbaut worden. Zur Finanzierung trugen die Gemeinde, der Kreis und das Land durch Bezuschussung bei. Der noch fehlende Restbetrag wurde durch Spenden und Sammelaktionen beglichen.
Mit diesem großen Bauvorhaben allein war es allerdings nicht getan. In den nächsten Jahren wurde es erforderlich , in Eigenhilfe den Sportplatz herzurichten und einzuzäunen, um den Sportbetrieb nicht zu gefährden.
Immer noch fehlte dem Verein eine Turn- und Sporthalle in Münsterdorf. Hallen mussten bei der Stadt Itzehoe und bei der Bundeswehr angemietet werden. Insbesondere hatte darunter die Trainingsarbeit im Winter zu leiden. Obwohl sich immer wieder Eltern bereit fanden, die Kinder und Jugendlichen zu fahren, konnte die Lösung nicht als Dauerzustand angesehen werden.
Deshalb stellte der MSV bereits am 09.12.1969 an die Gemeinde einen diesbezüglichen Antrag, der zuständigkeitshalber auch an den Schulverband Münsterdorf - Breitenburg - Dägeling weitergeleitet wurde. Der Schulverband wählte einen Ausschuss, der die Errichtung einer Turnhalle auf dem Schulgelände in Münsterdorf vorbereiten sollte. Nach Auflösung des Schulverbandes im Jahre 1971 fand das Projekt zunächst keine weitere Beachtung. Die Verwirklichung des Planes war wieder in weite Ferne gerückt. In Vergessenheit geriet dieser Plan jedoch nicht.
Bis zum Baubeginn der Halle waren viele Vorgespräche im eigenen Kreise und insbesondere mit der Gemeinde Münsterdorf sowie anderen Behörden und Institutionen erforderlich. Die Fa. Gebr. Schütt aus Flethsee erhielt schließlich aufgrund der Ausschreibung den Zuschlag als Generalunternehmer.
Am 25.07.1977 war es dann soweit und die Baumaßnahme konnte in Angriff genommen werden. Um die Gesamtkosten in einem tragbaren Rahmen zu halten, mussten von Seiten des Vereins ein Großteil der Arbeiten in Eigenhilfe übernommen werden. Das Richtfest wurde bereits am 16.09.1977 gefeiert.
Wie schon bei den anderen Baumaßnahmen des MSV hat auch hier der Wille zur Eigenleistung am Ende zum Erfolg geführt. Es würde den Rahmen dieser Ausführungen sprengen, wenn man hier den Dank des Vereins an die MSV-Helfer aussprechen würde. Dies soll an einer anderen Stelle geschehen. Es ging hier darum, auch einmal anhand von nüchternen Zahlen, die geleistete Arbeit zu betrachten. Es bleibt zu hoffen, dass auch in Zukunft der MSV eine große Familie bleibt, denn unter diesem Gesichtspunkt können fast unmögliche Vorhaben verwirklicht werden.
In der Zeit von 1971 bis heute erlebte der MSV einen enormen Mitgliederzuwachs, und zwar stieg die Anzahl der Mitglieder von 247 auf 416. Das Vereinsleben war gekennzeichnet von einem starken Ausbau der Handballabteilung und einer beeindruckenden Bautätigkeit.
Die Turnabteilung ist z. Z. in fünf Turngruppen verschiedener Altersklassen eingeteilt. Gerade in diesen Gruppen wird seit Jahren Wert auf solide Breitenarbeit gelegt. Aber auch auf den jährlichen Kreiskinderturnfestren konnten sich Münsterdorfs Turnerinnen und Turner immer gut behaupten. Viel Wert legen die Übungsleiterinnen auf die Sportabzeichenarbeit. So wurden 1977 u. a. 17 Schüler- und Jugendsportabzeichen errungen.
Ein fester Bestandteil der Turnabteilung ist seit Jahren die Damengymnastikgruppe, die wegen der Vielzahl der Teilnehmerinnen im letzten Jahr in zwei Gruppen geteilt werden musste. Seit Sommer 1977 wurde ebenfalls eine Gruppe „Mutter-und-Kind-Turnen“ eingerichtet.
Die „jüngsten“ Abteilungen im MSV sind die Fußball- und die Leichtathletikgruppe. Viele Bürger werden sich noch an die im Sommer 1977 veranstaltete Dorfmeisterschaft im Fußball erinnern. Diese Veranstaltung fand bei herrlichem Wetter statt und lockte viele Besucher auf den Sportplatz. Die Fußballer nehmen in jedem Jahr recht erfolgreich an der Punktrunde für Betriebsmannschaften teil.
Die Leichtathleten führten im Spätsommer 1977 eine sehr gut besuchte Vereinsmeisterschaft im Waldlauf durch. Zu Gast waren Läufer der LG Itzehoe, u. a. der Olympiateilnehmer Gerd Frähmke (ein gebürtiger Münster-
dorfer), und Läufer der LG Alster Nord aus Hamburg. Diese erstmals durchgeführte Veranstaltung fand eine gute Resonanz in der Dorfgemein-schaft und soll in Zukunft wiederholt werden.
Aber nicht nur auf dem sportlichen Sektor, sondern auch auf dem kulturellen Gebiet und in der Jugendarbeit wurde in den letzten Jahren Hervorragendes geleistet. Einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Dorfes haben
inzwischen der „MSV-Kinderfasching“ und unsere „Grün-Weiße-Nacht“ gefunden.
Dank der intensiven Arbeit der Jugendwartin besuchen ca. 20 Jugendliche regelmäßig die Jugendstunden. Bei Basteln, Theaterspielen, Diskutieren oder auch nur Musik hören, verbringen sie ihre Stunden im Sportheim.
Als wir 1973 zum ersten Mal, damals noch gemeinsam mit dem TSV Lola, unser erstes Ferienlager durchführten, konnte niemand vorhersagen, dass wir schon 1976 mit 2 Großzelten und 40 Kindern und Jugendlichen ein eigenes Ferienlager in Borgwedel an der Schlei organisieren würden. Jahr für Jahr werden in den Ferien Kinder betreut, die sonst nicht die Möglichkeit haben, zu verreisen. Auch dieses ist eine Seite aus dem vielseitigen Angebot, das der MSV den Bürgern der Gemeinde bietet.
Der MSV hofft, dass durch die besseren Trainingsmöglichkeiten in unserer neuen Sporthalle die Breitenarbeit ausgebaut werden kann und diese sportlichen Bemühungen auch in Zukunft Früchte tragen.
Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen Überblick über die Entwicklung des Vereins an Hand der Mitgliederzahlen seit der Gründung im Jahre 1946 geben. Wie man besonders den letzten Jahreszahlen entnehmen kann, ist ein starker Aufwärtstrend zu beobachten. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Aufschwung anhält und insbesondere die Neubürger in Zukunft von dem derzeitigen Angebot Gebrauch machen. Unter Umständen können neu in den Übungsplan aufzunehmende Sportarten ihr Interesse wecken. Es ist nicht nur aus statistischen Gründen, sondern auch aus Gründen der Kostendeckung erstrebenswert, dass nicht nur wie bisher jeder vierte Bürger, sondern jeder dritte oder zweite im MSV Mitglied wird – und sei es auch nur als Förderer der Vereins (passiv).
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| '46 | '48 | '50 | '52 | '54 | '56 | '58 | '60 | '62 | '64 | '66 | '68 | '70 | '72 | '74 | '76 | ||
| Alter | männlich | weiblich | zusammen |
|---|---|---|---|
| Bis 6 Jahre | 8 | 20 | 28 |
| 6-14 Jahre | 89 | 93 | 182 |
| 14-18 Jahre | 19 | 19 | 38 |
| 18-21 Jahre | 9 | 4 | 13 |
| 21-25 Jahre | 5 | 4 | 9 |
| über 25 Jahre | 49 | 81 | 146 |
| Gesamt | 195 | 221 | 416 |
| Kinder | 4,-DM |
| Passive Mitglieder | 4,-DM |
| Auszubildende | 5,-DM |
| Aktive Mitglieder | 8,-DM |
| Familienkarte | 15,-DM |